Bei Patienten mit einer frühen schubförmig remittierenden Multiplen Sklerose (RRMS), die einmal jährlich Alemtuzumab verabreicht bekamen, war das Schubrisiko um 74 Prozent und das Risiko einer dauerhaften Behinderung um 71 Prozent geringer als bei Vergleichspatienten, die mit Rebif® (hoch dosiertes Interferon beta-1a) behandelt wurden. Von besonderer Bedeutung ist dabei, dass sich der durchschnittliche Behinderungsgrad der Patienten unter der Alemtuzumab-Behandlung von Anfang an verbessert hat, während sich der Grad der Behinderung der Rebif-Patienten verschlechterte. Der Behandlungserfolg mit Alemtuzumab hielt mindestens drei Jahre lang an, obwohl die meisten der mit Alemtuzumab behandelten Patienten zwei Jahre zuvor die letzte Dosis erhalten hatten.

Dies sind die Ergebnisse einer 3-jährigen klinischen Phase-II-Studie (CAMMS223), die im New England Journal of Medicine veröffentlicht wurden. An der Studie nahmen 334 Patienten teil, die zuvor nicht gegen die Erkrankung behandelt worden waren.

„Diese Studiendaten deuten weiterhin darauf hin, dass Alemtuzumab eine möglicherweise neue und vielversprechende Therapie für Patienten mit früher, aktiver Multipler Sklerose sein könnte“, sagt der Prüfleiter der Studie Alastair Compston, Professor für Neurologie und Leiter der Abteilung für Klinische Neurowissenschaften an der britischen Universität von Cambridge. „Diese randomisierte Studie bestätigt Erkenntnisse früherer Untersuchungen, wonach eine Behandlung mit Alemtuzumab eine tiefgreifende, dauerhafte Wirkung auf Patienten mit schubförmig remittierender Multipler Sklerose haben kann; viele Patienten haben sogar verloren gegangene Funktionen zurückerhalten.“

„Die Studie war breiter angelegt und die Studienteilnehmer wurden länger nachbeobachtet, als dies bei Phase-II-Studien zu Multipler Sklerose normalerweise der Fall ist. Hervorzuheben ist, dass wir das Prüfpräparat direkt mit einem weit verbreiteten Therapeutikum verglichen haben und nicht mit Placebo. Die Studie ergab kein erhöhtes Risiko für lebensbedrohliche oder opportunistische Infektionen, doch ein Teil der Alemtuzumab-Patienten erlitt eine neue Autoimmunerkrankung. Dank der Einrichtung eines verlässlichen Patienten-Monitoring-Programms das mehr Patientensicherheit gewährleistet, können wir nun mit unseren zwei internationalen Phase-III-Studien starten,“ so Dr. Richard Moscicki, Chief Medical Officer von Genzyme.

Nach Angaben der US-amerikanischen National Multiple Sclerosis Society geben rund 400.000 Menschen in den USA an, MS zu haben, und jede Woche erhalten etwa 200 Personen diese Diagnose. Weltweit dürften 2,5 Millionen Menschen an Multipler Sklerose leiden. Die Krankheit verursacht ein breites Spektrum an Symptomen, unter anderem Gehstörungen, Taubheitsgefühl, Müdigkeit und Sehstörungen, und schreitet bei den meisten Patienten zu einer bleibenden, schwerwiegenden Behinderung fort. Häufigste Form der Erkrankung ist die schubförmig remittierende MS.

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